Geschichtsverein Niestetal e.V.

 

Brief zu Ysenburg an den Oberbefehlshaber>>>

 

 

Johann Casimir, Graf zu Ysenburg – Birstein

 

Geb. am 09. Dezember 1715 zu Birstein

Gest. am 13. April 1759 in der Schlacht bei Bergen

 

Landgräflich Hessen-Kasselscher Generalleutnant, aus der ersten Ehe seines Vaters, des am 23. Mai 1744 durch Kaiser Karl VII in den Reichsfürstenstand erhobenen Grafen Wolfgang Ernst III.

 

Ysenburg diente zuerst im russischen Heer im Krieg 1741/ 42 gegen Schweden in Finnland und geriet hier in Gefangenschaft. Danach trat er in hessen-kasselschen Dienst. Er wurde zusammen mit 6.000 Mann durch Prinz Friedrich von Hessen nach England entsandt, zur Unterstützung der englischen Krone gegen die aufständischen Schotten im Jahr 1746. Da der schottische Aufstand nach der verlorenen Schlacht von Culloden zusammenbrach, gelangten die Hessen jedoch nicht zum Einsatz.

Darauf nahm er an den letzten Feldzügen des österreichischen Erbfolgekrieges in den Niederlanden teil und wurde dort zum Generalmajor befördert.

 

1756 war er Angehöriger des hessischen Hilfscorps, welches sein älterer Bruder Graf Christian Ludwig nach England überführte und das bereits 1757 wieder nach Deutschland zurück kehrte. Die hessischen Truppen standen anschließend sofort unter dem Oberbefehl des Herzogs von Cumberland und dessen Heer, welches sich an der mittleren Weser sammelte und dann den anrückenden Franzosen gegenüber stand.

An der größten Schlacht des Sommers 1757, der Schlacht bei Hastenbeck (bei Hameln) nahm Ysenburg nicht Teil, er war mit einer kleineren Abteilung zur Beobachtung in die Gegend von Minden entsandt. Es erfolgte ein Rückzug Richtung Bremen. Im Februar 1758 übernahm Herzog Ferdinand von Braunschweig den Oberbefehl über die alliierten Truppen von Herzog Cumberland und es gelang ihm, die Franzosen über den Rhein zurück zu drängen.

 

Ysenburg, seit kurzem zum Generalleutnant befördert, wurde am 09. Mai 1758 aus den Erholungsquartieren bei Münster mit zwei Bataillonen und zwei Schwadronen Reiterei nach Hessen entsandt, um das Land gegen Einfälle der bei Frankfurt lagernden Franzosen zu schützen. Allerdings war sein Corps mit 3500 bis 4000 Mann viel zu schwach, um ernsten Widerstand leisten zu können.

Nach dem Anrücken der Franzosen von Süden her und seinem Rückzug bis hinter Kassel, erlitt er seine erste Niederlage am 23. Juli 1758 bei Sandershausen. Nach dem erfolgten Rückzug bis Einbeck brach er im Auftrag des Herzogs Ferdinand im September erneut in Richtung Kassel auf, vereinigte sich mit dem hannoverschen General von Oberg und erlitt mit diesem am 10. Oktober in der Schlacht bei Lutterberg eine weitere Niederlage.

 

Im Frühjahr 1759 zog er unter Herzog Ferdinand von Braunschweig erneut nach Hessen. Am 13. April 1759 kam es bei Bergen in der Nähe von Frankfurt zur Schlacht zwischen den Hessen und den Franzosen unter Herzog Broglio. Doch auch hier erlitten die Hessen eine Niederlage. Als die ersten Angriffe scheiterten, eilte Ysenburg mit seiner linken Kolonne herbei. Er wurde jedoch von einer Musketenkugel in die Brust getroffen und war sofort tot.

Graf Ysenburg starb unverheiratet und ist im Chor der Marienkirche zu Büdingen beigesetzt.

 



[1] ADB Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 44, S. 609-610

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